Die Freie Wählergemeinschaft Oelde hat auf ihrer diesjährigen ordentlichen Mitgliederversammlung im Sportlerheim Lette die Weichen neu gestellt. Nach fast 17 Jahren an der Spitze gab Friedhelm Hoberg den Vorsitz ab. Zu seinem Nachfolger wurde Bernhard Poppenberg gewählt.
Ein zentraler Punkt der Versammlung waren die Berichte aus der Kreis- und Kommunalpolitik, die den Mitgliedern einen tiefen Einblick in die aktuelle Arbeit der FWG gaben. Den Auftakt machte Dorothea Nienkemper, Fraktionsvorsitzende der FWG im Kreistag. Sie berichtete u.a. über ein derzeit heiß diskutiertes Thema: der Streit um die Finanzierung von Fehlfahrten von Krankenwagen mit den Krankenkassen. Zudem stehe der Ausbau des Bevölkerungsschutzes im Kreis aktuell auf der Agenda.

Mit den Anträgen anderer Fraktionen setze man sich im Kreishaus gewohnt sachlich und konstruktiv auseinander. Auf Nachfrage aus der Versammlung stellte Nienkemper klar, dass vonseiten der AfD bis dato kein einziger Antrag zur Beratung vorgelegt wurde.
Im Anschluss ließ der scheidende FWG-Vorsitzende Friedhelm Hoberg das vergangene Jahr Revue passieren. Im Mittelpunkt stand dabei ganz klar die Komnunalwahl 2025. Angesichts der Tatsache, dass drei neue Parteien in das Parlament eingezogen sind, könne man mit dem Wahlergebnis zufrieden sein. Die FWG-Ratsfraktion ist weiterhin mit fünf Mitgliedern vertreten. Hoberg lobte hierbei ausdrücklich die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand und der Fraktion.
Fraktionsvorsitzender Thorsten Retzlaff knüpfte an diese Worte an und betonte, dass die Ratsarbeit aufgrund der Flut an Anträgen für jedes Mitglied extrem aufwendig sei. Sein besonderer Dank galt daher seinem Team und allen Unterstützern im Hintergrund. Auch sei der Stadtrat mit seinen 50 Mitgliedern zu groß im Verhältnis zur Einwohnerzahl.
Nach wie vor bereitet der FWG die finanzielle Lage der Stadt Oelde große Sorgen. Die Haushaltslage sei extrem angespannt, für das laufende Jahr plane die Stadt erneut mit einem deutlichen Defizit. Die Folge: Die eigenen Rücklagen – das sprichwörtliche „Sparkonto für schlechte Zeiten“ – sind bald fast vollständig aufgebraucht. Vom „Masterplan Finanzen“ zeigte sich die Wählergemeinschaft bisher wenig überzeugt; nach einem großen Wurf sehe das Ganze derzeit nicht aus.
Aus der Versammlung heraus entstand daher der Wunsch, im kommenden Herbst eine öffentliche Veranstaltung zum Thema der städtischen Finanzen zu organisieren, zu der alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen werden sollen.

Nach knapp 17 Jahren an der Spitze verabschiedete sich Friedhelm Hoberg aus seinem Amt als Vorsitzender der FWG Oelde und bedankte sich bei seinen Mitstreitern für den langjährigen, vertrauensvollen Weg. Karl-Friedrich Knop fand im Namen der FWG anerkennende Worte für Hobergs außerordentliches Engagement. Hoberg und Knop waren sich einig: Gerade in der heutigen Zeit sei es wichtiger denn je, die Demokratie vor Ort durch eine bürgernahe und sachorientierte Politik zu stärken.
Bei den anschließenden Neuwahlen wurde der kommunalpolitisch erfahrene Bernhard Poppenberg einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Er bedankte sich für das Vertrauen und betonte, dass er sich sehr auf die neue Aufgabe freue.
Der neu gewählte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:
Vorsitzender: Bernhard Poppenberg
Stellvertretender Vorsitzender: Achim Hakenholt
Kassierer: Alexander Fertich
Schriftführer: Wolf-Rüdiger Soldat
Beisitzer: Hubert Bleß, Friedhelm Hoberg, Ludger Lücke, Thomas Populoh, Thorsten Retzlaff, Manuela Steuer und Harald Herklotz.
Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung wurden noch viele Gespräche bei Grillwurst und kühlen Getränken geführt. Organisiert wurde dieser Teil der Veranstaltung von Achim Hakenholt und Thomas Populoh, denen man ein großes Lob dafür aussprach.
